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21° NNO Eien Reise ganz nach oben

21° NNO, 12000 km, 40 Tage, 16 Fähren, 8 Länder, 2 Züge, 1 Postschiff Über 8500 Kilometer, die meiste Zeit mit Robert an der Seite, habe ich auf dem Motorrad verbracht, in ihm einen erstklassigen Reisebegleiter schätzen gelernt, viele erlebt, neue Freunde gefunden und Erfahrungen gesammelt. Sicher gibt es noch vieles von der Reise zu berichten, da wäre zum Beispiel, noch das Geheimnis um die Schwarzen-Löcher, das unheimlicher Brummen in der Nacht, oder die Gerüchte um russischen Bären. Doch alles will ich hier noch nicht verraten. Für ein paar Wochen sollte der Reisevirus geheilt sein, doch die Erinnerungen werden verblassen. Dann werde ich wieder die Karte raus ziehen, mit den Fingern auf einen Ort tippen, einen Kurs berechnen, einige Zeit später, an einem Anleger stehen, mein Motorrad im Rumpf eines Schiffes verzurren und zu einer neuen Reise aufbrechen. Vielleicht, werde ich auch wieder ein Online-Tagebuch schreiben, gar nicht wissen, wer mir im WWW auf meiner Reise so folgt. Ich hoffe jedoch, der ein oder andere, hat gefallen an unseren / meinen Erlebnissen und den ein oder anderen Schreibfehler gefunden. Nacharmer seien gewarnt, nach solch einer Tour werden sie möglicherweise nie wieder glücklich beim Blick in den Neckermann-Katalog.

Ein letzter Test für die Ausrüstung

Die ganze Nacht hat es gestürmt und geregnet, es scheint als wolle der Wettergott ein letztes Mal meine Ausrüstung testen. Im Halbschlaf taste ich nach meinem Iphone und werfe einen Blick auf das Regenradar. Eine Kette aus dunklen Flecken zieht mit hohem Tempo vorüber. Ich bleib bis 9 Uhr im Schlafsack liegen und nutze gemeinsam mit meinen australischen Nachbarn die erste längere Regenpause zum Aufbruch. Auf der Straße dicht hinter dem Deich ahne ich nichts von dem was Petrus noch so im petto hat. Wie aus dem nichts steht sie nach einer Biegung vor mir, die Dunkle Wand, lässt mir keine Change eine neue Route zu wähle. Sekunden später peitschen mir dicke Tropfen ins Gesicht, jeder einzelne wie ein Stich auf der Haut, ich erhöhe meine Geschwindigkeit auf 110 km/h, das neue Frond-end, dass ich mir noch vor der Abreise statt der original Scheibe montiert habe schützt mich ab dieser Geschwindigkeit vor diesen Peitschenhieben. Nach 20 Minuten Vollbad bin ich durch die Waschküche. Jacke und Hose haben gut 5 kg zu genommen aber dicht gehalten. Einzig und allein mein linker Arm macht mir zu schaffen. War es doch die letzten beiden Wochen kaum ein Problem in nach oben vom Lenker ab zu heben um andere Biker zu grüßen, schaffe ich es jetzt nur mit Muhe den nassen Ärmel zum Helm zu führen.

Deutsche Bahn, ein Unternehmen ohne Zukunft. Ich benötige noch einen Ausdruck des PDF Onlinetickets, dass ich per Mail erhalten habe. Mit USB Stick bewaffnet, versuche ich am Serviceschalter der Bahn in Hamburg Altona Hilfe zu bekommen. Fünf freie Schalter habe ich vor mir zu Auswahl, doch bevor ich heran treten darf, muss ich wie auf dem Arbeitsamt eine Nummer ziehen, um dann zu erfahren, dass ich hier mit keiner Hilfe rechnen kann, die Beamten können keine USB Sticks in ihre Rechner Stecken, und auch mein Buchungscode hilft mir nicht weiter, ich solle doch ein Internetcafé aufsuchen. Wo eines ist kann mir aber auch keiner der 10 anwesend Dienstschargen mitteilen. Leicht angesäuert verlasse ich die Bahnhofshalle und versuche mein Glück beim MediaMarkt um die Ecke. Ich frage eine Gruppe Verkäufer in der Computerabteilung, welcher von ihnen den der freundlichste Verkäufer 2011 ist und drücke dem glücklichen meinen USB Stick in die Hand. Kein 10 Minuten später sitze ich mit meine Ticket im Straßencafé und warte auf meine Viehtransport in den Süden.

Die GS steht ganz vorne am Bahnsteig, wartet nur darauf in den Zug einfahren zu dürfen, doch der Oberaufseher ist mit ihrer Ladung nicht zufrieden. „Mit den Reservekanistern lasse ich den Zug nicht ausfahren“ schnauzt mich der I… in Orange an. Mir war klar dass dies passieren wird. Hatte uns doch der Lademeister in München bei der Abreise darauf hingewiesen, dass wir keine Kraftstoffbehälter am Motorrad befestigen dürfen, leer Wassertanks seien aber ok. Diskutieren ist mit diesem Beamten der DBzug zwecklos. In scheint es nicht zu interessieren, dass ich mein Kanister heute Morgen bis oben hin mit Wasser gefüllt habe. Er geht weiter um den nächsten Biker mit seien Dienstvorschriften zu Unterhalten. Ich packe die beiden Kanister in den Sack auf dem Koffer, und die Sache hat sich für erledigt. Beim Verladen ist für den Bahnbediensteten alles iO, von Kanistern im Kunststoffsack geht ja auch keine Gefahr aus, logo hätte ich auch drauf kommen können.

Die Unwetterzentrale warnt vor Sturm und Gewitter an der Nordseeküste. Dunkle Wolken ziehen von Westen tief über die Elbmündung. Ein gut zehn Stockwerk hoher Riese der monegassischen Fürsten schiebt sich gegen die einströmende Flut. Eine Mischung aus Dammgras und Salzwasser liegt in der kalten feuchten Luft. Niemand verweilt bei diesem Wetter lange auf dem Damm, einzig und alle die Schaffe trotzen der steifen Prise.

gehe nicht über Los

Schon ein Mal bin ich über die Allee B105 geflogen. Kurz nach dem Fall der Innerdeutschen Grenze, war diese eine meiner ersten längeren Touren auf zwei Rädern. Damals ging es Richtung Osten, deutlich schlechter war die Straße und ich erinnere mich gut daran wie ich eine Ostdeutsche Polizeistreife überholt habe. Diese hatte dann versucht die Verfolgung auf zu nehmen, doch ein beherzter Dreh am Gas, und einige Autos später war ich wieder alleine unterwegs. Ein wenig vermisse ich die bogenförmigen Brücken, bei denen damals jedes Mal der Motor aufheulte wenn das Hinterrad den Kontakt zum Kopfsteinpflaster verlor.

„Gehe nicht über Los“ heiße es nicht nur beim Monopoly. Zum ersten Mal registriere ich, dass auch meine Reise zu Ende geht. Am liebsten würde ich den Schildern „Skandinavien Kai“ rund um Travemünde folgen, wieder im Bauch eines dieser Großen Schiffe mit den Lettern „Finnlines“ verschwinden, und mich 30 Stund später, in Helsinki nur 1100 km vom Nordkap entfernt von Bord machen.

Kiel Anfang und Ende. Hier sind wir am 11 Mai mit der MS Fantasy zu unserer großen Runden aufgebrochen. Gegenüber an der Kaimauer liegt nun die Stena Scandinavica, die in wenigen Stunden nach Oslo aus läuft. Ich wende die Kreditkarte zwischen den Fingern, wäre es doch ein leichtes, statt dem Zug in den Süden ein neues Ticket in den Norden zu lösen. Beim Anblick der Großen Dampfer wird mir auch bewusst was all die Menschen so fesselt, wenn sie hier an der Mole sitzen und den Giganten hinter her schauen. Fernweh ist es was sie immer wieder hier her bringt. Dieses Gefühl an Bord zu gehen, einen Reise an zu treten, einen bekannten Ort auf zu suchen oder wie wir, zu einem Abenteuer zu starten.

In der Abenddämmerung mache ich mich auf zur Elbmündung, eines meiner letzten Ziele dieser Reise. Oben auf dem Damm sind die riesigen Containerfrachter zu greifen nahe, wer weiß, sicher lummert im dem ein oder andern Container auch ein Motorrad, ist gerade auf dem Weg zum Start einer großen Tour in Afrika oder Amerika oder Australien.