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Peking Moskau in 22 Tagen

[singlepic id=1 w=320 h=240 float=right]Transsibirische Eisenbahn, von Ost nach West, von Sommer bis Winter, von Mega-City bis Niemandsland. 9500 km haben Renate und ich zurückgelegt, jeden Tag neue Eindrücke gesammelt und unsere Vorstellung vom Reich der Mitte das ein oder andere mal korrigiert. Sicher wissen wir noch lange nicht alles über die bereisten Länder, doch wer wie wir mit dem Zug durch die Hinterhöfe der Millionenstädte fährt, bei Einheimischen im Wohnzimmer auf dem Sofa übernachtet oder sich abseits der Hauptstraßen durch die Gassen schleicht, kann so einiges über Land und Leute erfahren. Wer nun selbst einmal sein Teewasser aus einer Samowa holen, den Fahrtwind in der Wüste Gobi spüren oder den frischen Fisch am Bahnsteig kaufen will, der sollte nicht all zu lange warten, denn im Zeitalter des ICE werden all diese schönen Dinge nach und nach verschwinden.

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Über 900 zugriffe aufs Tagebuch 🙂 Ich sage vielen Dank für das Interesse, es hat Spass gemacht für euch zu schreiben.

Tag 22 Jedes Ende ist ein Anfang.

Kaum zu glauben, was ich da sehe, eine Pferderennbahn mitten in Moskau karte. Das weite Oval, nicht weit von unserer Unterkunft, ist umringt von Hochhäusern. Es scheint wie eine Oase in mitten dieser lauten und nie schlafen wollenden Stadt, in der uns das Wort Ruhe noch nie begegnet ist.

 

Wie diese Pferderennbahn so hat auch unsere Reise „Start“ und „Ziel“, erreicht man das Ziel befindet man sich wieder am Start.
Renate träumt schon lange von Kamchatka und vielleicht ist ja der Name des Airbus „S. Krasheninnikov”, der uns zurück nach Deutschland bringt, ein Zeichen dem sie folgen wird.

 

Was mein Reisevirus angeht, habe ich mich oft weit aus dem Abteilfenster gelehnt, den Pisten und Straßen bis an den Horizont hinterhergeschaut und mir vorgestellt meine eigenen Spuren in den Schotter zu zeichnen. Für meinen Travel Bug ist diese Reise Stoff zum Träumen und wer will heute schon sagen was morgen kommt.

Tag 21 im Untergrund

Noch einmal geht es mit der U-Bahn kreuz und quer durch die Stadt. Gut zwei Stunden erkunden wir die Unterwelt von Moskau. Die Vielfalt der kunstvoll gestalteten U-Bahnstationen ist beeindruckend.

 

Zur Zeit des Eisernen-Vorhangs wäre fotografieren hier sicher undenkbar gewesen, heute jedoch hindert mich niemand daran hier Bilder zu machen. Niemand?!? Zugegeben, auf einen ewig gestrigen sind wir dann doch noch gestoßen. Gerade als ich ein Bild von einem Lampenkörper machen will, sehe ich diesen Dienstschergen schon im Sucher der Kamera auf mich zukommen. „Foto“ und Niet“ ist das Einzige was ich von seinen wilden Gesten verstehe. Ich antworte gelassen in englisch das ich kein russisch spreche. Dabei habe ich den Eindruck er versteht kein Wort von dem was ich zu ihm sage 🙂 . Da seine Rechnung mich mit ein paar Worten und Gesten einzuschüchtern so nicht aufgeht und er sich wohl vor den vielen Passanten nicht blamieren will, dreht er sich um und schleicht von dannen. Ich zücke wenige Meter weiter wieder  die Kamera und mache unbehelligt weiter meine Aufnahmen. 🙂

Auch in Moskau gibt es Erlkönige, nur ist die Tarnung exklusiver 😉

Tag 20 der Stern zeigt uns den Weg.

Der Tag fängt gut an, die erste Hürde zum Betreten der U-Bahnstation sind die entgegenkommenden Menschenmassen. Erreicht man die Flügeltüren am Eingang der Metro muss man diese unter Einsatz aller Kräfte aufstemmen. Hat der Vordermann dies bereits bewältigt und lässt sie zurückschwingen wird man gleich um einen Meter zurückgeworfen.

Nicht viel los an der Sicherheitskontrolle zum Zentrum der Macht und so müssen sich auch hier die Wachhabenden die Zeit vertreiben. Das Spiel das Tages heißt „Stadt, Land, Fluss“ oder „wo kommt der denn her?“. In unserem Fall kommt es zu wilden Diskussionen zwischen den beiden Beamten und erst als unser Begleiter ihnen „nemetskii?“ zuruft, lassen sie uns lachend passieren.

Vladimir, wie ihn unser Reiseführer begeistert nennt, ist Zuhause, ob Gerhard auch da ist sagt uns die Flagge über dem Präsidentenpalast leider nicht (da müssten wir wohl nach der deutschen Fahne auf dem Gazprom Gebäude schauen).
Mit sieben Kirchen und Kathedralen innerhalb der Kremlmauern scheint dies eher ein kirchliches als ein weltliches Machtzentrum zu sein.


Hier muss er gelandet sein, der Verrückte mit seiner Cessna, das ist das Erste was mir beim Betreten des roten Platzes so einfällt und ich frage mich was aus diesem Menschen wohl geworden ist.

Der Artikel in Wikipedia liest sich wie eine unglaubliche Geschichte, aber eins ist sicher, etwas für den Frieden hat er getan, Gorbatschow wusste diese Aktion für sich zu nutzen.

Tag 19 Alexeij III.

Alexeij, nun der III, holt uns ohne ein Wort zu sagen am Bahnsteig ab. Erst nach einigen Kilometern durch die Stadt bricht er sein Schweigen und stellt sich uns vor. Gerade freue ich mich noch über den doch flüssigen, zivilisierten Verkehr, stecken wir Sekunden später wieder im üblichen Chaos.
Wie auch die Mongolen, beherrschen die russischen Verkehrsteilnehmer die Regeln der dynamischen Verkehrsführung. Bei aufkommender Verkehrsdichte erweitern sie die vorhandenen drei Fahrspuren mit Seitenstreifen schnell mal auf fünf und mehr.