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Winterausrüstung

Wie immer beginnt jede Abenteuer mit der Vorbereitung. Bei mir fällt diese, dieses mal wieder sehr kurz aus. Die Tage vor der Abreise stehen noch ganz im Zeichen der Arbeit. Nächste Woche gibt es auch noch eine Magenspiegelung und so packe ich meine Sachen heute schon. Oli kümmert sich um die ein oder andere Kleinigkeit für unseren Fahrbahn Untersatz. Mir bleibt noch die Aufgaben einen Dachträger zu besorgen und unsere erste Unterkunft bei unserem Freund Oliver Stanko im Gästehaus-Mettertal klar zu machen.

PEK / MUC

Die Tragflächen meines A380 gleiten durch die Wolken und ich schließen die Augen nach dem es unter mir nichts mehr zu sehen gibt. Das Kribbeln meiner rechten Hand von den Vibrationen des Einzylinders ist immer noch stark genug die Bilder in meinem Kopf auch spürbar zu machen.

Wie oft bin ich schon die Strecke PEK / MUC geflogen, sicher 30 Mal, denke ich mir und erinnere mich an Dezember 2016 und an Januar 2019. Es ist schwer zu beschreiben was mir alles durch den Kopf geht auf diesem Flug. Eine Träne kullert dann doch irgendwann über meine Wange und ich schlafe ein bei dem Gedanken das es egal ist auf welcher Seite man landet, wenn man irgendwo zuhause ist.

Neues Zuhause für den TRavel Bug

600 km weiter im Osten als zuvor, steht sie nun, meine Jialing. Waren die 3000 km doch als Round Trip geplant, lege ich nun die letzten Kilometer von Yingkou nach Peking im Schnellzug zurück. Die Gründe für meine Planänderung sind vielseitig. Einer ist, das Gefühl, dass es nun Zeit ist, abschied von Peking zu nehmen und mich auf dem Weg zu machen für neues das schon lange auf mich wartete.

Der Travel Bug scheint nun in Yingkou Zuhause zu sein . Ein Blick auf die Karte ist genug Treibstoff um meinen Reisevirus fliegen zu lassen. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung über den Zaun nach P’youngyang zu Bruder Kim Jong-Un. Auch könnte man das Motto von “THE LONG WAY HOME” auf “OBEN RUM” änder und über Wladiwostok nach Deutschland fahren.

Das “Warm Up” hat mich / uns einiges gelehrt, was ich lange nicht war genommen hatte.

Mein Vertrauen in das Dreirad ist immer noch ein gemischtes Gefühl auch wenn die Probleme dieses Mal lösbar waren, sind mir neue Schwachstellen bewusst geworden. Die Ersatzteil- Liste wird um das ein oder anderen Teil erweiterte werden müssen und auch das Thema alleine reisen im Hinterland hat so seine Schwierigkeiten. Ohne Molly wäre ich wohl mehr als ein mal auf der Strasse gesässen, hätte die Autobahn nicht befahren und mich mehr als ein mal über die lokalen Gegebenheiten geärgert. So aber war es ein Unglaublich schöne Tour mit Molly und Tochter. Ich bin Glücklich mit ihnen unterwegs gewesen zu sein.

Das Dreirad steht nun geputzt und geölt erst mal bei Molly’s Onkel in der Garage.  Molly wir ihres bald daneben stellen und so warten die beiden Mopeds auf die nächste Etappe.